Der Kreisverband bittet zur Kasse!

Quelle: Märkische Gärtnerpost Ausgabe Juni 2019, Seite 10; Foto 3: Sven Bochow

Interview mit Udo Weberchen (UW), dem Vorsitzenden des KGV „ Pfingstberg“ e.V.

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SB: Herr Weberchen, Sie sind vor kurzem erneut als Vorsitzender des KGV „Am Pfingstberg“ einstimmig wiedergewählt worden. Herzlichen Glückwunsch! Freuen Sie sich über Ihre Wahl?

UW: Selbstverständlich freue ich mich über den großen Rückhalt, den unsere Gartenfreunde dem neu gewählten Vorstand, aber auch mir geben. Sorgen bereiten mir hingegen die Auseinandersetzungen mit dem Kreisverband.

 

SB: Können Sie bitte erläutern, um welche Auseinandersetzungen es geht? Was ist der Kreisverband?

UW: Im Kreisverband der Kleingärtner und Siedler in Potsdam und Umgebung e.V. (KV) sind viele Kleingartenvereine der Region organisiert. Er soll Aufgaben für die Mitgliedsvereine wahrnehmen und deren Interessen bündeln und nach außen vertreten. Folgende Aufgaben nimmt er war: Durchführung von Rechtsstreitigkeiten, Erteilung von Baugenehmigungen im Sinnes des Bundeskleingartengesetzes, Interessenvertretung in der Kommunalpolitik. Für diese Leistungen unterhält er eine Geschäftsstelle mit drei hauptamtlichen Mitarbeitern. Für den Betrieb und die Aufgabenerfüllung des Kreisverbandes zahlen die Gartenfreunde der Mitgliedsvereine einen Mitgliedsbeitrag. Diese Beiträge hatten 2009 noch eine Höhe von 19 EUR pro Parzelle und steigen seitdem Jahr für Jahr erheblich (siehe unten stehende Tabelle). Auch für das Jahr 2020 wurde vom Kreisverband schon jetzt eine Erhöhung auf 60 EUR beschlossen. Zusätzlich zu den ständigen Beitragserhöhungen verlangt der Kreisverband dieses Jahr noch eine Sonderumlage in Höhe von 50 EUR, die von jedem Pächter einer Parzelle zu entrichten ist.

 

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SB: Wie erklären Sie sich die ständigen Beitragssteigerungen und die fällige Sonderumlage?

UW: Genau darum gibt es die Auseinandersetzungen. Der Kreisverband wies  für das Jahr 2018 einen Verlust von ca. 65.000 EUR aus und es gibt bis heute keine Erklärung, wie das passieren konnte.  Es ist überhaupt das erste Mal, dass der KV seinen Mitgliedern diese Bilanz offenlegte. Alle Anträge und Initiativen von Vereinen diese Frage auf der Mitgliederversammlung des Kreisverbandes zu klären, wurden ignoriert. Auf Druck der Mitglieder wurde 2018 eine Finanzkommission eingesetzt, um die Misere aufzuarbeiten und Vorschläge zur Stabilisierung der Finanzen zu erarbeiten. Diese Kommission hat in mühevoller Kleinarbeit Unterlagen des KV begutachtet und mögliche Ansatzpunkte für Verbesserungen aufgezeigt. Aber die Ergebnisse der Kommission blieben weitestgehend unberücksichtigt und wurden nicht zur Diskussion gestellt. Die Ursachen für die desolate Finanzsituation bleiben somit im Dunkeln.

 

SB: Wie war das möglich? Beim Geld hört doch bekanntlich die Gartenfreundschaft auf…

UW: Die gesamte Mitgliederversammlung glich einer Farce. Die Tagesordnung wurde mit vielen Nebensächlichkeiten überlastet, so dass sich die Sitzung unendlich in die Länge zog.  Zu Beginn, um 18.00 Uhr erschienen 115 Vertreter zur Versammlung. Die stimmberechtigten Vertreter sind in der Regel die Vorsitzenden der Gartenvereine. Bei den entscheidenden Abstimmungen nach 23 Uhr waren nur noch 65 Vertreter anwesend.

 

SB: Welche konkreten Vorwürfe gibt es?

UW: Für eine korrekte Beurteilung der Finanzsituation wäre eine ordentliche Haushaltsführung erforderlich. Jetzt gibt es nur offene Fragen: Z.B. Warum hat der KV den Bezug der „Märkischen Gärtnerpost“ (MGP) gekündigt, trotz seines Angebotes für ein Abonnement von jährlich 12.000 EUR und nun stattdessen den „Potsdamer Gärtnerboten“ (PGB) für 18.000 EUR abonniert? Wie setzen sich die hohen Rechtskosten des KV zusammen?  Ca. 60.000 EUR mehr als jeweils in den Jahren 2010-14.  Wie kam es zu einer ungewöhnlich hohen Aufwendung von 45.000 EUR für den Verein des Vorsitzenden des Kreisverbandes? Auch gab es keine Erläuterungen, wie sich die hohen Pachtrückforderungen begründen. Waren diese und andere Kosten notwendig und entsprechen sie noch den Aufgaben des Kreisverbandes? Woher kommt das Defizit? Durch den Vorstand des KV wurden diese Fragen nicht beantwortet,  auch hat er keinerlei Vorschläge zu möglichen Einsparpotentialen aufgezeigt.

 

SB: Wie endeten nun die Auseinandersetzungen auf der Mitgliederversammlung des Kreisverbandes?

UW: Die Mehrheit der anwesenden Vertreter segnete den Bericht des Vorstandes trotz zahlreicher Gegenstimmen ab und entlastete den Vorstand per Beschluss. Ebenso wurden die Beitragserhöhung und die Sonderumlage gegen unsere Stimme beschlossen. Unser Gartenverein „Am Pfingstberg e.V.“ ist zwar der größte Mitgliedsverein, mit den meisten Beitragszahlern, aber wir verfügen nur über eine einzelne Stimme im KV. Allein können wir dort keine Veränderungen durchsetzen.

 

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SB: Was bedeutet das nun für unseren Gartenverein und für uns als Mitglieder?

UW: Unsere Mitgliederversammlung hat beschlossen, den Sonderbeitrag nicht zu entrichten. Der Kreisverband soll den zahlenden Gartenfreunden das Finanzdesaster selbst erklären und die Beiträge einfordern.

 

SB: Wie geht es nun weiter?

UW: Das hängt vom Vorgehen des KV ab. Ggf. müssen wir als Gartenfreunde des KGV „Am Pfingstberg e.V.“ über unsere weitere Mitgliedschaft im Kreisverband entscheiden. Wir hoffen aber immer noch, dass der KV seine Position der Ignoranz aufgibt, und es doch noch zu einer problembezogenen, sachbezogenen Arbeit mit uns und den anderen Gartenvereinen  kommt.

 

SB: Danke für das Gespräch, das wir ggf. fortsetzen sollten, wenn sich neue Tatsachen ergeben.

UW: Ich danke für die Möglichkeit, unsere Gartenfreunde informieren zu können.

 

(Das Interview führte unser Gartenfreund Sven Bochow (SB) Parzelle 223)

 

 

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Die Anfänge der Kleingärten

von Dr. E. Volkmann, Quelle: "Märkische Volksstimme" vom 04. März 1989;
Fotos: de.wikipedia.org/wiki/Moritz_Schreber  und de.wikipedia.org/wiki/Adolf_Damaschke

Laubenkolonien - Ausweg aus dem Mietskasernenelend

Die Anfänge der Kleingartenbewegung liegen bereits in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts (1833 erste Berliner "Armengärten"), eng verknüpft mit der Entwicklung der kapitalistischen Gesellschaftsordnung, ihrem Mietskasernenelend, das "Laubenkolonien" wie Pilze aus dem Boden schießen ließ. Zu den Förderern der Kleingartenbewegung gehörten vor allem der Leipziger Arzt Daniel Gottlob Moritz Schreber (1808 bis 1861) und später der Berliner Lehrer Adolf Damaschke.

Moritz Schreber
Moritz Schreber 1808-1861
Adolf Damaschke
Adolf Damaschke 1865-1935
Erste Parzellen am Hinzenberg

Auch in Potsdam entstanden zu Beginn des 20. Jahrhunderts Kleingärten ("Schrebergarten"). 1902 gab es die ersten Parzellen auf dem Hinzenberg. 1905 folgten weitere auf dem Kiewitt und am Bahnhof Charlottenhof, 1909 auf der Freundschaftsinsel. Jede "Laubenkolonie" gründete ihren eigenen Verein, um sich besser gegen willkürliche Übergriffe der Eigentümer des gepachteten Landes zur Wehr setzen zu können. Der Pachtvertrag wurde jeweils nur für ein Jahr abgeschlossen. Erst in der Weimarer Republik erließ man Gesetze, die den Kleingärtnern einen gewissen Schutz boten. Sie wurden allerdings in der Praxis häufig umgangen. Nicht zuletzt diese negative Erfahrung veranlasste die Potsdamer Kleingartenvereine, sich 1925 dem zentralen "Verein der Gartenfreunde" anzuschließen.

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Wo Laubenpieper keine Pause machen

von dif, Quelle: Potsdamer Neueste Nachrichten vom 29.01.2007, http://www.pnn.de/potsdam/142211/; Foto: Elisabeth Delitzscher vom 16.03.2009 (http://www.laubenpieper-potsdam.de/

 

 

Zum Laubenpieper Potsdam

Nauener Vorstadt - Man sollte meinen, dass sich eine Gaststätte, die „Zum Laubenpieper“ heißt, zum Winterschlaf begibt, wie die Natur ringsum. Doch was ist schon so, wie vermutet? Der Winter will nicht richtig mit Schnee und Frost einkehren und Laubenpieper-Chef Jochen Garbrecht steht ebenfalls der Sinn nicht nach Winterruhe. Er hat den Januar genutzt, um dem Ausflugslokal ein völlig neues Outfit zu verpassen – von der Decke über Wände und Gardinen bis zum Tresen, der weiter nach vorn gerückt wurde. Seit dem Wochenende hat er nun wieder geöffnet.

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Kirschbaum für Kita "Vielfalt"

Quelle: Schreiben der Kita "Vielfalt am Kapellenberg" März 2017

 

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Heute möchten wir, die Kinder und Erzieher der Kindertagesstätte Vielfalt, uns mit einem herzlichen Dankeschön bei den Mitgliedern und dem Vorstand der Gartensparte „Am Pfingstberg“ bedanken.

Vor 10 Jahren hat die gemeinnützige Gesellschaft zur Förderung Brandenburger Kinder die Kita „Vielfalt am Kapellenberg“ eröffnet. Das Außengelände war recht klein und die Mitarbeiter suchten nach Alternativen, welche den Kindern Bewegung und einen angemessenen Aufenthalt in der Natur ermöglichten.

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Frisch geerntet...

Quelle: Märkische Gärtnerpost Ausgabe August 2016, Seite 4; Foto: Manfred Neiße

 

Ernteerfolg 2016 von Günter Vogel

Stolz senden uns immer wieder Gartenfreunde aus nah und fern Fotos von ihren Ernteerfolgen. Hier sehen wir aus dem Kleingartenverein „Am Pfingstberg“ in Potsdam den Gartenfreund Günter Vogel und einige seiner Ergebnisse gärtnerischer Arbeit dieses Jahres. Glückwunsch und weiter so...


 

 

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Pfingsten geht’s zum „Pfingstberg"

Quelle: Märkische Gärtnerpost Ausgabe Mai 2011, Seite 4; Foto: Blechzeit Kammermusiker Hans Hüfler (http://www.blechzeit.de)

 

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Seit dem Frühjahr 2011 ist auch der Potsdamer Kleingartenverein „Am Pfingstberg“ e.V. im Internet. Zwar noch in der Aufbauphase, sind dort schon jetzt einige interessante informationen über das aktuelle Geschehen in der malerisch gelegenen Gartenanlage zu lesen. Aber auch zur Geschichte. Schließlich gehört die Sparte zu den betagten des VGS-Kreisverbandes. So ist dort u. a. zu lesen:

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